Canarian Carp

Ausgesetzt in der Wüste...

Hintergrundinfos

Auf Gran Canaria gibt es keine Binnengewässer. Eigentlich. Abgesehen von Entwässerungsgräben, die bei Regen die steilen Hügel hinunter rauschen, gab es bis Anfang des 20. Jahrhunderts keine Gewässer die Süßwasser führen, oder gar einen Fischbestand aufweisen. Dann aber wurden zahlreiche Stauseen angelegt, in denen der seltene, aber intensive Regen gesammelt wurde. Diese Wasserspeicher dienten in Erster Linie landwirtschaftlichen Zwecken und der Bekämpfung von Waldbränden... 

Zur Gewährleistung des biologischen Gleichgewichts wurden diese Seen mit Karpfen und Schwarzbarsch besetzt. Seitdem ist viel Zeit vergangen, die Landwirtschaft nutz mittlerweile andere Versorgungsquellen und die Seen finden meist nicht viel Beachtung...doch was ist mit den Fischen?

Die Gewässer

Im Zuge unseres Projekts haben wir verschiedene Stauseen auf Gran Canaria befischt. Der größte ist gleichwohl der bekannteste - Embalse de Chira.  Trotz der vielen verschiedenen Mikroklima auf der kleinen Insel ähneln sich die Gewässer in ihrer Struktur sehr. Meist sind sie in engen, schroffen Tälern in mehreren hundert Meter über Meeresspiegel zu finden und weisen dementsprechend steil abfallende Felsufer und wenig Vegetation am und im Wasser auf.

Die Regeln

Die Angelkarte bekommt man beim örtlichen Büro der lokalen Inselregierung. Fly-Only Strecken und ähnliches sucht man vergeblich, mit einer Karte kann man aber eine ganze Menge verschiedener Stauseen befischen. Gefischt werden darf und kann auf Karpfen, Black Bass und Tilapia - mehr gibt es nicht in den schroffen Seen hoch oben in den Bergen.

Der Effekt

Es gibt wenig Insekten und sonstige Nahrung wie Krebse o.ä., kaum Schatten und hohe Wassertemperaturen. Die künstlich angelegten Seen sind stark von äußeren Faktoren wie Niederschlag und Temperatur abhängig. Auch die mittlerweile nahezu völlig allein gelassenen Fische sind besonders. Sie wachsen daher nicht so schnell und so korpulent ab, wie in vielen Gewässern des europäischen Festlandes, jedoch haben sich über die Jahrzehnte einmalige Kreuzungen aus diversen Stämmen von Schuppen- und Spiegelkarpfen entwickelt. 

Nie zuvor hatte ich mit der Fliegenrute auf Karpfen gefischt. Die Idee an sich ist natürlich nicht verkehrt, aber im Zweifelsfall habe ich hier vor Ort natürlich immer die Forellenfischerei vorgezogen. Meinen ersten Karpfen bekam ich dann an die 8er Rute. Mit deutlich über 10 Kilo Gewicht ein brutaler Einstand, den ich niemals vergessen werde.
Nicolas

Nicolas

Nachdem ich bereits vor zwei Jahren für eine Filmproduktion auf Gran Canaria war, konnte ich es kaum erwarten, mit der Fliegenrute zurückzukehren. Die einzigartige Landschaft und die kampfstarken Fische stellen eine Verbindung dar, die man so schnell nicht vergisst!
Peter

Peter